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Kaiserschnitt – mein Geburtsbericht

Ungefähr in der 30 SSW wusste ich, dass ich keine natürliche Geburt möchte. Nachdem die Entscheidung für einen geplanten Kaiserschnitt gefallen ist, wurde alles in die Wege geleitet. Der erste Schritt war es, meine Frauenärztin darüber zu informieren. Von ihr habe ich eine Überweisung an das Krankenhaus meiner Wahl erhalten. Nach einem Beratungstermin im Krankenhaus wurde der OP-Tag festgelegt. Ich habe den Termin auch gleich meiner Hebamme mitgeteilt, damit sie die Nachsorge besser planen kann.

Mein errechneter Geburtstermin war der 14 Oktober (Mittwoch). Ich konnte mir dann einen Tag in der vorhergehenden Woche aussuchen. Ich habe mich für den 8. Oktober (Donnerstag) entschieden. Der Tag hatte für mich keine nähere Bedeutung.  

Ich musste am 05. Oktober (Montag) ins Krankenhaus. Dort wurde mir Blut abgenommen, ein Corona Test durchgeführt, ein Ultraschall gemacht, es gab noch mal ein Gespräch über den Ablauf der OP und es wurde noch mal über die Anästhesie gesprochen. Alles in allem hat es ca. 3-4 Stunden gedauert.

Einen Tag vor der OP habe ich im Krankenhaus angerufen, um die Uhrzeit für den Eingriff zu erfahren. Ich hatte Glück. Meine OP war gleich die erste am Morgen. Ich durfte sechs Stunden vor der OP nichts essen oder trinken. Da ich sehr viel trinke, war das echt nicht leicht für mich. 

Um 8 Uhr sollte ich mich im Kreißsaal melden, um mich für die OP vorbereiten zu lassen. Im Kreißsaal wurde ich herzlich begrüßt und durfte meine Sachen in einem Schrank ablegen. Nachdem alles verstaut war, wurde ich in den Aufwachraum gebracht. Dort habe ich gleich die tolle OP-Kleidung anziehen dürfen. Als ich dann mit Umziehen fertig war, gab es noch mal ein CTG und ich habe eine Infusion gelegt bekommen. Das ging alles recht schnell. Ich glaube um ca. 8.20 Uhr waren wir damit durch.

Vor mir war noch ein “Notfall”, sonst wäre ich gleich in den OP gebracht worden. Ich musste noch bis 9.30 Uhr im Aufwachraum warten, bis ich dann dran war. Die Hebammen sind regelmäßig vorbeigekommen und haben nachgefragt, ob es uns gut geht und ob wir etwas brauchen. Mein Mann durfte die ganze Zeit über bei mir bleiben. 

Ich muss ehrlich sagen, ich war kein bisschen aufgeregt. Ich glaube, dass ich es in diesem Moment noch gar nicht richtig realisiert habe, was gleich passiert. Die ganze Zeit über im Aufwachraum war ich die Ruhe selbst.  

Um ca. 9.30 Uhr kam eine Hebamme, die mit mir in den OP gelaufen ist. Dort wurde ich an verschiedene Geräte angeschlossen, mir wurde noch mal alles erklärt und dann gab es auch schon die Spritze. Zuerst habe ich eine Betäubung bekommen und danach gab es die richtige Spritze. Man verspürt einen leichten Druck an der Wirbelsäule. Von schmerzen kann man da nicht sprechen. Ich habe schnell gemerkt, wie meine Beine taub werden. Mir wurde noch geholfen, mich hinzulegen, dabei wurde gleich ein Tuch aufgehängt und die OP-Schwestern haben mir den Katheter gelegt. Davon habe ich nichts gemerkt.

In der Zeit hat mein Mann sich für die OP umgezogen. Er saß vor dem OP und hat gewartet, bis er rein durfte. Mir kam es vor wie 5 Minuten, für ihn war es eine gefühlte Ewigkeit. Tatsächlich war es eine halbe Stunde, aber im OP ging das so schnell, vor allem weil jeder einmal zu mir gekommen ist, um sich mir vorzustellen und zu erklären, welche Aufgabe er/sie im OP übernimmt.

Die Leute im OP waren alle total nett. Sie haben Witze gemacht und mit uns gelacht, auch während der OP. Ich wurde über jeden Schritt informiert, sofern ich es wissen wollte. Mein Mann durfte bei mir an meinem Kopfende sitzen.  

Man liest öfter mal in Berichten, dass die Arme festgegurtet worden sind. Das war bei mir nicht der Fall. Der Anästhesist sagte zu mir: “Wenn sie ihre Hände in Richtung Bauchraum bewegen, dann müssen sie aber auch mit Operieren.”  

Ich habe keinen Drang gehabt dort hinzulangen. Auch nicht aus Reflex.  

Von der OP habe ich an meinem Körper nicht viel mitbekommen. Es waren ein paar komische Geräusche zu hören, wie z.B. den Sauger, der klingt wie beim Zahnarzt. Der Anästhesist hat mich noch vorgewarnt, dass ich gleich einen Druck verspüre und etwas an mir rumgerüttelt wird, um den Kleinen rauszuholen, aber auch davon habe ich nicht viel gemerkt.  

Als mein Sohn dann das Licht der Welt erblicken durfte, wurde er von einer Hebamme in ein Handtuch gewickelt und auf meine Brust gelegt. Mein Mann und ich waren hin und weg. Da war er also. Unser neues Familienmitglied, auf das wir 40 Wochen gewartet haben, mit stolzen 3650 Gramm und einer Größe von 55 cm. Er lag noch eine Weile auf mir, bevor die Hebamme den kleinen und meinen Mann zur Untersuchung mitgenommen hat. 

Während er untersucht wurde, wurde ich im OP noch zugenäht. Nachdem alles fertig war, haben mich ein paar Leute aus dem OP umgebettet und eine Hebamme hat mich zurück in den Aufwachraum geschoben. Dort saß bereits mein Mann mit unserem Sohn auf seiner Brust. Er hat das Bonding übernommen, was ich persönlich nicht schlimm finde. Ihm hat es sehr gefallen! Angesichts der Tatsache, dass er uns nur eine Stunde am Tag besuchen durfte, fand ich es gut, dass er diese Zeit mit unserem Baby hatte.  

Mein Mann durfte noch ca. eine Stunde bei uns bleiben. Als ich in mein Zimmer gebracht wurde, musste er das Krankenhaus verlassen. Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass es Einschränkungen der Besuchszeiten durch Corona gab. Er durfte mich jeden Tag für eine Stunde zwischen 14 Uhr und 19 Uhr besuchen. Um 10:18 Uhr ist der Kleine zur Welt gekommen, um ca. 11 Uhr wurde ich in den Aufwachraum gebracht und um 12 Uhr dann in mein Zimmer verlegt.

Als ich in meinem Zimmer war, kamen immer wieder Krankenschwestern rein, um nachzusehen, ob es mir gut geht. Die Narkose hatte bereits im Aufwachraum kaum noch Wirkung. Bei der Verlegung in mein Zimmer konnte ich meine Beine auch schon wieder bewegen. Mit dem Aufstehen habe ich gewartet, bis mein Mann wieder da war.  

Ich bin 4 Stunden nach der OP aufgestanden, mithilfe einer Krankenschwester. Da hatte ich tatsächlich etwas Angst. In vielen Berichten habe ich gelesen, dass das Aufstehen nach der OP sehr schlimm und schmerzhaft sei. Ganz ehrlich, als ich auf meinen Beinen stand, dachte ich mir “Das war es schon?”. Es war überhaupt nicht schlimm oder schmerzhaft! Klar, jeder Körper reagiert anders darauf. Mein Körper hat es einfach weggesteckt wie nichts. Vielleicht lag es daran, dass ich viel Yoga und grundsätzlich viel Sport mache. Vielleicht lag es auch daran, dass ich bereits über einen Liter Wasser getrunken hatte und eine Kleinigkeit essen konnte in der Zeit, die ich auf meinen Mann gewartet habe. Man weiß es nicht. 

 Ich bin also ins Bad gelaufen und dort hat mir die Krankenschwester dann den Katheter gezogen. Ich konnte danach auch gleich meinen Sohn rumtragen und ihm die Windel selbst wechseln. Auch duschen war kein Problem.  

Bereits nach zwei Tagen durfte ich wieder nach Hause. Am Donnerstag ist der Kleine zur Welt gekommen, den Freitag habe ich im Krankenhaus verbracht und am Samstag Morgen wurde ich entlassen. Vor der Entlassung hat sich die Ärztin noch meine Narbe angesehen und es wurde bei mir noch ein Ultraschall gemacht. Danach hat mein Sohn seine U2 bekommen, wir sind zurück ins Zimmer, ich habe die Tasche gepackt und wir sind von meinem Mann abgeholt worden.

Ich möchte euch damit jetzt nicht sagen, dass ein Kaiserschnitt supereasy ist. Mein Körper konnte damit einfach sehr gut umgehen. Andere Frauen können die ersten zwei Wochen kaum aufstehen, geschweige denn rumlaufen oder ihr Baby tragen. Ich bin sehr froh, dass alles so superreibungslos abgelaufen ist und ich keine Probleme hatte. Nicht viele Frauen haben dieses Glück! Ich hatte ein super Geburtserlebnis und würde es immer wieder so machen. Dennoch sollte man so einen Eingriff nicht auf die leichte Schulter nehmen. 

Ich hoffe, mit diesem Beitrag konnte ich ein paar werdenden Müttern helfen und womöglich die eine oder andere Frage beantworten. Falls ihr noch etwas wissen möchtet, könnt ihr gerne einen Kommentar hinterlassen. 

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